PRIVATTEAM

Ressin/Rosenplänter

Statement für den Ausbau von Elektromobilität in Deutschland und NRW

Dirk Ressin: Nicht so viel, wie wohl die meisten (noch) nicht E-Fahrer denken. Die Pionierarbeit ist geleistet, alltagstaugliche Fahrzeuge für Kurz-, Mittel- und Langstrecke sind (bald) für jedermann zu erwerben. Die nächste Generation wie der Ampera E oder das Tesla Model 3 steht in den Startlöchern. Es liegt jetzt neben der Industrie und der PR der Early Adopter, in Foren wie diesem, (Danke für den unermüdlichen Einsatz), hauptsächlich an der Akzeptanz und dem Kaufverhalten der Verbraucher. Ich denke jedoch, dass ein eher konservatives Land wie Deutschland, sehr langsam adaptiert. Die Masse wird wohl erst über den Weg der Brückentechnologien wie PHEVs beim übernächsten Kauf zum echten Stromer (ihrer Hausmarke) kommen, also vielleicht in 4-10Jahren.

Timm Rosenplänter: Die E-Mobilität wird kommen! – Leider sind die Anreize seitens der Politik immer noch allzu „lauwarm“. Hätte VW (und auch viele andere Hersteller) nicht das Dieselgate gehabt und würden Pioniere wie TESLA nicht so enorm pushen, würde bis heute die Entwicklung immer noch marginal sein. Hinzu kommt, dass mächtige Staaten wie China hier große Prioritäten setzen. Trotzdem muss seitens der Politik AKTIV mehr Werbung gemacht und mehr Anreize gegeben werden. Der E-Bonus ist eher eine Farce. Dieses Geld hätte man lieber in den klugen und effizienten Ausbau von Ladenetzen stecken sollen. Dieses ist im Grunde genommen auch das Hauptproblem! – Hier muss (!) aktiv ein Wachstum her. Hersteller müssen noch mehr in diese Richtung bewegt werden. Dann klappt´s auch mit der Entwicklung. Aber solange hier nicht wirklich „Machtworte“ gesprochen werden, werden Hersteller und auch die Politik als solche weiterhin den gewinnträchtigsten und einfachsten Weg gehen, um dann in wenigen Jahren endgültig festzustellen, dass Deutschland trotz brillianter Köpfe ein Nachzügler und Entwicklungsland ist.

Elektrifizierung der Privatfahrzeuge

Dirk Ressin: Der Daily Driver für die Fahrt zur Arbeit, Spaß und Langstrecke ist bereits ersetzt. Es befindet sich noch ein Fossil im Haushalt das aber auch bald dem Elektrofahrzeug weichen muss ;-))

Timm Rosenplänter: Definitiv JA! – Leider – und da liegt wieder der Hase „im Pfeffer“ – kann ich im Außendienst nur mit einer bekannter Marke meiner Arbeit nachkommen. Und die ist leider für den Privatmann, wie auch für viele Firmen im Leasing (bei ca. 50.TKm/yr) leider nicht „machbar“. Aber in ca. 2-3 Jahren wird das anders aussehen. Und dann kommt ein solches Fahrzeug sowohl als Dienstwagen, wie auch als kleines privates Zweitfahrzeug später ins Haus. Leider liegen Lösungen für Wohnmobile noch in der Ferne.

Persönliche Erfahrungen mit Elektrofahrzeugen

Dirk Ressin: Eigentlich bin ich ein Petrol-Head im klassischen Sinne, z.B. befasse ich mich gerne mit alten 2-takt Motorrädern. Trotzdem kam mir schon vor 2009 die Idee, meinen VW Buggy auf Käferbasis, nach diversen Motorumbauten (und Motorschäden) selber zu elektrifizieren. Die Pläne waren ausgearbeitet und ich hatte damals vor eine 40kWh Batterie einzusetzen. Ich musste dann aber schnell feststellen, dass der Akku (bei geeigneten Zellen/Kapazität und Management) für mich nicht bezahlbar waren. Also kam doch wieder ein Verbrenner rein, diesmal ein 1,8T Audi Motor mit geregelten KAT, 2 Lamdasonden, aufwendiger Abgasrückführung usw.. All dies sicherte zumindest die grüne Plakette und anfangs auch ein wenig das Umweltbewusstsein…
Anderes Thema: In den 80er Jahren habe ich mich intensiv mit ferngesteuerten Flugzeugen und Autos auseinandergesetzt. Anfangs war Elektroflug fast undenkbar weil zu schwer und keine Leistung, alles flog mit Verbrennern. Auch bei den Autos waren 3,5ccm Glühzünder Motoren das Nonplusultra was Leistung (über 1,2PS !) und Model Rennsport anbetraf. Die waren dann aber unglaublich laut und die Abgase haben die komplette Strecke eingenebelt. Elektrische RC-Cars hingegen wurden belächelt, hatten keine Rennstrecken Performance & Ausdauer und waren eher als Kinderspielzeug verschmäht. Ich war damals überzeugt, dass sich die Elektrifizierung im RC Bereich durchsetzen wird. So habe ich viel Zeit mit Eigenbauten verbracht und immer wieder neue Modelle gebaut. In den 90er Jahren hat sich so langsam das Blatt gewendet. Heute sind Verbrenner in der absoluten Minderheit, zudem auf den meisten Flugplätzen, Strecken und der Nähe von Städten sogar meist verboten. RC Elektro-Autos, -Rennboote, -Flugzeuge, -Helis und -Drohnen sind heute ausgereift, erschwinglich und bieten eine weitaus bessere Performance (bei geringeren Kosten) als die besten Verbrenner. Mehr noch; wegen der Elektrifizierung lassen sich weitere Funktionen realisieren, die mit Verbrennern undenkbar sind. Ich denke, dass der Modellbau immer aufgezeigt hat wo die Entwicklung hingeht. Die Großen (echte Autos und Flugzeuge) kommen halt nur später, werden sich aber dann genauso durchsetzen…
Ein wesentlichen Punkt sollte man nicht vergessen: Elektrisch fahren macht (mit einem schön abgestimmten Fahrzeug) enorm viel Spaß, man hat das Gefühl eine direkte Verbindung zu den angetriebenen Rädern zu haben. Dies ist vergleichbar mit einem gut abgestimmten 2-takter, allerdings nur für das kurze Drehzahlfenster. in dem er in Resonanz fällt …

Timm Rosenplänter: Leider kann ich hierzu NOCH keine Stellung nehmen, da die Umsetzung und Planung bisher noch an genannten Punkten scheitert.

Ökostrom

Dirk Ressin: Bezug von Ökostrom aus Wasserkraft. PV-Anlage (7,5KWp), die an schönen Tagen (bedingt durch den Beruf, allerdings leider nur an Wochenenden) das Elektrofahrzeug mit lädt. Nicht zuletzt deshalb überlege ich, in 1-2 Jahren einen PV-Batteriespeicher zu integrieren. Dieser würde dann morgens den Solarstrom vom Vortag, also vor der Fahrt zur Arbeit ins Auto laden und sich so, frisch entleert, auf einen ertragreichen Sonnentag freuen 😉

Timm Rosenplänter: PV-Anlage seit ca. drei Jahren auf dem Dach. Diese hat im Mittel einen Ertrag von 5-5.5TkWh. Damit deckt sie nicht nur mengenmäßig den Eigenverbrauch (im Verhältnis), sondern sorgt auch durch eine Brauchwasser-Wärmepumpe für effizientes Warmwasser und weniger Gasverbrauch und mind. 1000kWh Überschuss. Leider ist der tatsächliche Eigenverbrauchsanteil bei ca. 35%. Dieses wird in absehbarer Zeit durch einen sinnvoll dimensionierten PV-Speicher verbessert (tatsächlich sind allzu große Speicher im privaten Gebrauch nicht effizient, da sie nicht ausgenutzt werden). Der eingespeiste Strom hebt aber wieder die Öko-Bilanz des hiesigen sowieso sehr auf ökologische Stromeigenproduktion und -einkauf bedachten Lieferanten (Stadtwerke).

startnummer60

Teaminformationen
Teammitglieder:
• #1: Dirk Ressin
• #2: Timm Rosenplänter
e-Fahrzeugdaten:
• Marke: Tesla Motors
• Typ: Model S 85D
• Batteriekapazität: 85 kWh
• Reichweite: 540 km
• Verbrauch: 16,9 kWh/100 km
• Ladestecker: Typ2, Supercharger