Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen, sie berät die Politik auf dem Weg zu einer intelligenten Verkehrswende. An Elektroautos führt dabei ihrer Meinung nach kein Weg vorbei.
„Wir sehen die Potenziale der Elektromobilität als die wichtigste Größe bei der Klima- und Energiewende“, sagte die Wissenschaftlerin auf der „Hauptstadtkonferenz Elektromobilität“ in Berlin. Sie begründete dies damit, dass die alternative Antriebstechnik den „größten Wirkungsgrad“ habe.
Aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes der e-CROSS GERMANY für eine vernetzte und intelligente Energie- und Verkehrswende vom Fahrrad über das e-Bike bis hin zu Elektroautos und einem emissionsfreien ÖPNV, gespeist von erneuerbaren Energiequellen, wird Frau Prof. Dr. Claudia Kemfert in 2019 offizielle Botschafterin der e-CROSS GERMANY, der nationalen Rallye und Roadshow für Elektrofahrzeuge.
Der Tour-Manager der e-CROSS GERMANY, Jens Ohlemeyer, freut sich sehr über die Unterstützung der renommierten Umweltökonomin und Wissenschaftlerin am DIW in Berlin.

Der Wandel des Verkehrssektors wird laut Kemfert für einige etablierte Unternehmen „sehr schmerzhaft und schwierig“, manche würden die anstehenden Veränderungen daher „komplett behindern“. Es gebe hierzulande nach wie vor eine „große Marktmacht der Automobilkonzerne“, die sich mit dem Abschied von Verbrennern weiter schwer tun. Elektroautos würden daher eher von Startups und jungen Unternehmen vorangetrieben.
Kemfert kritisierte, dass es zu Rohstoffen für Batterien, dem Lithium-Abbau oder der Umweltverträglichkeit von E-Antrieben immer wieder Fehlinformationen in die Presse schafften. „Vernünftige Diskussionen“ etwa über eine E-Auto-Quote, ein Tempolimit oder eine Reduzierung umweltschädlicher Subventionen von Diesel würden „abgewürgt“. Hinzu komme, dass der wissenschaftliche Kenntnisstand in den oberflächlichen Mediendebatten nicht widergespiegelt werde.
„Wir haben einfach keine Zeit mehr“, mahnte die Wissenschaftlerin mit Blick auf den Klimawandel und die vereinbarten Klimaschutzziele. Der Verkehrssektor stelle ein großes Problem dar, „weil die Emissionen nach oben gehen“. Kemfert beklagte, dass es in der Verkehrspolitik in den letzten zwei Jahrzehnten „nahezu einen Totalausfall“ gegeben habe. Man könne nicht weiter nur „ein bisschen Wasser in den Wein“ tröpfeln.
Zum Durchbruch von Elektroautos könne es in Deutschland dann kommen, „wenn die Politik umsteuert“, sagte Kemfert. Im Fokus müsse auch stehen, unnötigen Verkehr zu vermeiden und mithilfe der Digitalisierung Angebote „zu bündeln, zu optimieren, zu verlagern“. Kemfert sprach sich zudem dafür aus, auch auf Oberleitungs-Lkw über die Hauptautobahnen und mehr Elektrobusse zu setzen. Bei letzteren seien die hiesigen Städte „wahnsinnig spät“ dran.

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